"Die Vereinigung dient dem Kontakt führender Persönlichkeiten untereinander.“ So definiert die Satzung des Münchener Herrenclubs kurz und bündig den Zweck der Vereinigung. Ein reichhaltiges Veranstaltungsprogramm bietet dazu Möglichkeiten zum Kennenlernen, Gedankenaustausch und Überprüfen der eigenen Standpunkte.

Der Veranstaltungskalender erschöpft sich freilich nicht nur in Vorträgen zu Themen von aktuellem, kulturellem oder wissenschaftlichem Bezug, sondern lädt ebenso zu Opern- und Theaterbesuchen, Ausstellungs- und Betriebsbesichtigungen ein und lässt auch das gesellige Beisammensein nicht zu kurz kommen.

Nicht zuletzt die acht oder neun exklusive Reisen pro Jahr sind es, die die Mitglieder einander näher bringen und dazu beitragen, Freundschaften zu stiften, die selbst dann noch halten, wenn bei dem einen oder anderen der Lebensmittelpunkt schon längst nicht mehr in München liegt.

Großen Wert legt der Club darauf, dass sich seine Mitglieder ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung bewusst sind.  Aufgenommen wird nur, wer sich nachweislich auch den Interessen der Allgemeinheit widmet, seien es Aufgaben im sozialen oder kulturellen, öffentlichen oder karitativen Bereich. Dabei kommt es auf das Engagement an, nicht auf seine Richtung: Die freie Meinungsäußerung steht über allem; bietet doch sie am ehesten Gewähr für Anregungen und neue Ideen, die sich aus den Wechselgesprächen ergeben sollen. Es ist unsere feste Meinung, dass es einem Herrn gut ansteht, sich mit den gesellschaftspolitischen Problemstellungen auseinanderzusetzen und damit zur Versachlichung der öffentlichen Diskussion einen Beitrag zu leisten.

Als der Münchener Herrenclub e. V. am 22. Mai 1973 erneut ins Leben gerufen wurde – der  Vorgängerclub  von  1851  wurde  1934  von  den  Nationalsozialisten  aufgelöst  – besann man sich sehr wohl auf die Tradition, die früheren Wurzeln. Doch war nahezu das gesamte Quellenmaterial verloren gegangen und von den ehemaligen Mitgliedern schon damals kaum noch jemand am Leben. Im Vergleich zu früher, als sich der Club als Mittelpunkt für das gesellige und kulturelle Leben in München verstand, gehört nun aber auch das gesellschaftspolitische Element ganz klar zu seinem Selbstverständnis.

Der Münchener Herrenclub versteht sich jedoch keinesfalls als Interessenvertretung. Auf Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt wird vielmehr größter Wert gelegt. So wird auch sorgfältig darauf geachtet, dass bestimmte Berufsbilder nicht allzu häufig vertreten sind. Ausschlaggebend für die Aufforderung, Mitglied zu werden – man muss dazu vorgeschlagen werden, kann sich also grundsätzlich nicht selbst bewerben -, sind ein moralisch einwandfreier Lebenswandel und geistige Beweglichkeit. Oder anders – mit den Worten des Ehrenpräsidenten Dieter Wendelstadt ausgedrückt: „Bildung. Geradlinigkeit, Stil, Bescheidenheit und Sicherheit sollten jedes Mitglied auszeichnen.“


Zu nahezu allen Veranstaltungen werden ebenfalls die Damen der Mitglieder eingeladen. Auch zu ihnen werden lebenslang die freundschaftlichen Bande gepflegt. So erhalten die Witwen der Clubmitglieder weiterhin das Jahresprogramm sowie Einladungen zu den Veranstaltungen. Der erste Präsident des neuen Club, Dr. Werner Disko, zog dazu schon nach wenigen Jahren als Resümee: „Die Damen sind gerade durch ihre Teilnahme, ihr erfreuliches Engagement ein wesentliches Elixier für unseren Club.

München, Januar 2015